Alterseinkünftegesetz

vom 01.07.2004

Am 11. Juni hat der Bundesrat dem Alterseinkünftegesetz in der vom Vermittlungsausschuss abgeänderten Version zugestimmt. Damit sind nun Fakten geschaffen worden, auf deren Basis man planen kann.

Worum geht es?

In den letzten Jahren war die Steuerfreiheit der Lebensversicherungen schon häufiger diskutiert und in Frage gestellt worden. Im letzten Augenblick wurden die Pläne dann jedoch nie realisiert. Die Lebensversicherungsgesellschaften konnten angesichts der „Torschlusspanik“ der Bundesbürger (für Altverträge gilt bei Gesetzesänderung Vertrauensschutz) in den entsprechenden Jahren stets ihre Absatzzahlen beeindruckend steigern. Zuletzt war es Hans Eichel, den die Finanzdienstleistungsindustrie, in Anerkennung seiner „Verdienste“ für die Branche zum „Mann des Jahres“ kürte.

Was heißt das für die Fondswelt?

Zwar hat sich der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) mit seinem Altersvorsorge-Fonds-Konto nicht im Gesetz verwirklichen können, de facto wird jedoch die Bedeutung von Aktienfonds-Sparplänen für die Vorsorge erheblich zunehmen.

Denn wie einige Marktakteure jetzt mit ungläubigem Staunen zur Kenntnis nehmen, ist die kapitalbildende Lebensversicherung gegenüber festverzinslichen Papieren durch das Halbeinkünfteverfahren immer noch etwas günstiger gestellt, die fondsgebundene Lebensversicherung hat indes das steuerliche Nachsehen hinter den reinen Investmentfonds-Sparplänen.

Denn: Deren Kursgewinne sind nach Ablauf der Spekulationsfrist nach wie vor steuerfrei, während diese Erträge nach neuer Rechtsprechung in den Fondspolicen der Steuer unterworfen sind.

Fazit: Zur „Rürup-Rente“, nicht beleihbar, nicht kapitalisierbar, Anspruch nicht vererbbar, kann man stehen wie man will. Sie wird unseres Erachtens aufgrund ihrer Restriktionen wenig Sympathisanten finden.

Für den Abschluss einer Fondspolice (außerhalb der betrieblichen Altervorsorge) werden zukünftig im Vergleich zum Aktienfonds-Sparplan wenig bis gar keine Argumente sprechen. Den so genannten Fünf-Sieben-Modellen ist ab Januar 2005 ebenfalls ein Riegel vorgeschoben (Einmalzahlung, Beitrag über fünf Jahre in die Police investiert, Laufzeit weitere sieben Jahre). Allerdings scheint es gerade in diesem Zusammenhang noch Klarstellungsbedarf seitens des BMF zu geben.

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