Ratings und Rankings

vom 31.05.2004

Sterne, Noten, Awards und andere Auszeichnungen können Fonds mittlerweile erlangen. Fondsmanager können sich überdies für herausragende Leistungen mit Medaillen behängen lassen.

Welche Bedeutungen haben Rankings und Ratings?

Um es vorwegzunehmen, die Begriffe sind nicht verbindlich definiert. Allerdings hat man sich allgemein auf eine relativ einheitliche Sprachregelung verständigt. Danach versteht man unter Rankings den Versuch, die Ergebnisse von Fonds nach Leistungen geordnet in bestimmten Untersuchungszeiträumen in einer numerischen Reihenfolge darzustellen. In der Regel geschieht dies zur Veranschaulichung und besseren Übersichtlichkeit nach so genannten Sektoren (Fonds einer Region, eines Landes, einer Branche, etc.) sortiert. Vernimmt man also, ein bestimmter Fonds habe in zwei aufeinander folgenden Jahren im ersten Quintil seiner Vergleichsgruppe gelegen, bedeutet dies, dass die Ergebnisse des Fonds ihn in zwei Jahren jeweils zu den besten 20% seines Sektors zählen ließen. Diese Aussage gibt jedoch keine Aufschlüsse darüber, welche Risiken für dieses Ergebnis eingegangen wurden, wie es im Verhältnis zur Benchmark gesehen werden muss, und liefert auch keine Hintergrundinformationen.

Das so genannte Rating beschäftigt sich, wenn man so will, eher mit der tiefer gehenden Einzelfondsbetrachtung. Hier wird die Performance unter verschiedenen Gesichtspunkten, wie z.B. der Stabilität, der Elastizität, der größten Schwankungen, in Relation zur Benchmark etc. untersucht. Die Ergebnisse werden in einer Datenbank gesammelt, gewichtet und in ein Verhältnis zu anderen Fonds gesetzt. Darüber hinaus berücksichtigen Ratings neben den genannten quantitativen Merkmalen von Fonds auch qualitative Faktoren, die zwangsläufig subjektiver bewertet werden müssen, wie z.B. den Fondsmanager, das Research, auf das er zurückgreifen kann, den Managementansatz und auch die Kapitalanlagegesellschaft. Je nach Ratinggesellschaft münden alle Informationen in eine Note oder in Sternen.

Fazit: Rankings wie auch Ratings sollte man mit erforderlicher Distanz und Bereitschaft zur Hinterfragung genießen. Sie bieten einen Anhalt, besitzen aber keine abschließende Aussagekraft. Nicht selten führen sie durch zeitliche Verzögerungen bei der laufenden Justierung zu prozyklischen Anlageentscheidungen. Obendrein wird man den Eindruck nicht los, dass es bei Award-Verleihungen und Medaillen zu gewissen inflationären Tendenzen gekommen ist.

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