Was ist Swing Pricing?

Swing Pricing schützt die bereits investierte Anleger eines Fonds vor Wertverwässerungen durch Transaktionskosten, die bei hohen Mittelzu- und -abflüsse entstehen. Erreicht wird dies durch Anpassung der Anteilspreise nach oben oder unten - dem sogenannten Swing.

Da man Anteile an Investmentfonds jederzeit Kaufen oder Verkaufen kann, werden die Investmentgesellschaften vor große Herausforderungen gestellt. Um das vorhandene Portfolio beizubehalten, muss das Fonds Management bei jedem Zu- und Abfluss entsprechende Asset Positionen nachkaufen bzw. verkaufen. Besonders in weniger liquiden Märken entstehen durch diese Flexibilität hohe Kosten, die normalerweise dem vorhandene Fondsvermögen belasten würden. Da die vorhandenen Anleger nicht von diesen zusätzlichen Handelsaktivitäten profitieren, schützen zunehmend mehr Fondsgesellschaften ihre Anleger, indem sie über das Swing Pricing die Transaktionskosten bei der Preisfeststellung berücksichtigen. Einige Gesellschaften berücksichtigen sogar, ob durch eine Order in einem engen Markt die Preise beeinflusst werden.

Allerdings hat Swing Pricing auch Nachteile!

Ein Investor weiß bei Orderabgabe nicht, ob am Handelstag eine Anpassung stattfindet. Auch nicht, ob der NAV = Nettoinventarwert gerade nach oben oder unten "schwingt". Außerdem führt die komplexere Preisberechnung zu höheren Kosten bei der Preisfestsetzung. Viele Fondsgesellschaften entscheiden daher individuell je nach Fonds, ob das Swing Pricing angewendet wird.

Zudem unterscheidet das Swing Pricing nicht, ob ein Anleger einem Fonds jahrelang die Treue gehalten hat. Wenn am Verkaufstag zufällig ein starker Mittelrückfluss stattfindet, wird auch er zu einem niedrigeren Rückkaufswert abgerechnet.

Viele Anleger stört, diese Ungewissheit. Allerdings hat die "Geheimniskrämerei" beim Swing Pricing Methode. Es wird in der Regel nicht nach außer kommuniziert, damit Investoren nicht auf die Idee kommen, diese Information strategisch zu nutzen.

Alternativen zum Swing Pricing

Swing Pricing soll das Investment von kurzfristig orientierten (meist professionellen) Anlegern zu Lasten der Anlegergemeinschaft reduzieren.

Um die oben beschriebenen Nachteile zu vermeiden, setzen manche Fondsgesellschaften auf andere Maßnahmen. Z.B. auf feste oder mit der Laufzeit fallende Rücknahmegebühren oder Soft- oder Hardclosing bzw. Gating. Bei letzterem wird die Ausführung von Aufträgen verzögert, wenn das Handelsvolumen an einem Tag das Limit übersteigt. Manche dieser Maßnahmen werden durch das Fonds Management häufig auch erst eingesetzt, wenn das Fondsvolumen eine festgelegte Größe überschritten hat oder der abgebildete Markt sehr eng bzw. sehr volatil ist.


Weiterführende Informationen zum Swing Pricing finden Sie Hier.