Ausländische thesaurierenden Fonds

Fonds & Steuer

Bei der steuerlichen Behandlung von ausländischen thesaurierenden Fonds kommt es zu folgenden Problemen. Im konkreten Einzelfall empfiehlt es sich, vorab die persönliche steuerliche Situation mit einem Steuerberater abzuklären.

Empfehlung

Bedingt durch die Abgeltungssteuer kann es trotz der nachfolgend geschilderten Probleme sinnvoll sein, thesaurierende Anteile zu kaufen!

Weitere Informationen finden Sie unter: Abgeltungssteuer vermeiden

Vorteile von ausschüttenden Fonds:

Die Erträge werden jedes Jahr an das Finanzamt abgeführt, sofern der Freibetrag für Kapitalerträge überschritten wird. Im Ausgleich müssen Sie die Kaufbelege nicht über Jahre aufbewahren.

Nachteile von ausschüttenden Fonds:

Die Erträge werden jedes Jahr an das Finanzamt abgeführt und reduzieren so im Lauf der Zeit den abgeltungsteuerfrein Wert der Anlage. Dies gilt auch, wenn die Erträge wieder angelegt werden, da die bei der Wiederanlage gekauften Fondsanteile dann der Abgeltungssteuer unterliegen!

Vorteile von thesaurierenden ausländischen Fonds:

Die thesaurierten Erträge können der Abgeltungsteuer entzogen werden, bis die Fonds verkauft werden. Dafür müssen Sie aber die thesaurierten Erträge lückenlos in Ihre jährlichen Steuererklärung angeben (Risiko: Vergessen, die Erträge in der Steuererklärung anzugeben) und die Kaufbelege über Jahre sicher aufheben (Risko: Umzug, Zimmerbrand, schlecht sortierte Unterlagen im Erbfall, etc.), um Notfalls den Kaufzeitpunkt gegenüber dem Finanzamt nachweisen zu können.

Nachteile von thesaurierenden ausländischen Fonds:

Beachten Sie dazu bitte die nachfolgenden geschilderten Problemfelder.

Verkauf nach Übertrag

Beim Übertrag thesaurierender ausländischer Fonds ergibt sich ein gravierendes steuerliches Problem. Da die angefallenen ausschüttungsgleichen Gewinne je Anteil nicht mit übermittelt werden, kann die neue Lagerstelle diese auch nicht anrechnen. Dies führt dazu, daß bei Verkauf der übertragenen Anteile, der komplette akkumulierte ausschüttungsgleiche Gewinn seit Bestehen des Fonds an das Finanzamt abgeführt wird.

Auch wenn die Anteile nicht so lange gehalten wurden!

Sie erhalten die zuviel abgeführten Gewinne natürlich im Rahmen Ihrer Steuererklärung wieder zurück. Dazu müssen Sie aber den Kauf und den Übertrag der Anteile detailliert beim Finanzamt nachweisen.

Um diese Nachteile zu vermeiden, empfiehlt es sich, solche Fondsanteile nicht zu übertragen, sondern zu verkaufen und gegebenenfalls in Deutschland neu zu erwerben.

Wir unterstützen Sie (wo möglich), indem Sie die Anteile in diesem Fall mit 100% Rabatt wieder anlegen können.

Kauf in Deutschland (ohne Übertrag)

Beim Kauf eines ausländischen thesaurierenden Fonds bei einer deutschen Depotbank ergibt sich eine ähnliche Problematik, wie bei Überträgen. Die ausschüttungsgleichen Gewinne werden durch die Plattformen im besten Fall lediglich ausgewiesen, aber nicht an das Finanzamt abgeführt. Erst bei Verkauf der Anteile, wird der angesammelte Teil auf einmal abgezogen und dem Fiskus zugeführt. Ein Nachteil ist hierbei, daß Erträge, die bei jährlicher Versteuerrung durch die Freibeträge abgedeckt wären, im Jahr des Verkaufes leicht die Freibeträge übersteigen können.

Im Unterschied zu der Problematik beim Übertrag, wird hier aber nicht der gesamte Gewinn seit Bestehen des Fonds (auch vor Kauf der Anteile durch den Kunden) abgezogen, sondern nur die Teile, die seit der realen Haltedauer der Anteile angefallen sind.

Verkauf in Deutschland

Wenn Sie einen ausländischen thesaurierenden Fonds nach Ablauf des Geschäftsjahres verkaufen und die Erträge des abgelaufenen Jahres noch nicht im Bundesanzeiger veröffentlicht wurden, werden pauschal 6% des Fondswertes als ausschüttungsgleiche Erträge versteuert. Erst nachdem die Erträge veröffentlich wurden, werden die tatsächlichen Werte berücksichtigt. Sie sollten mit dem Verkauf daher sinnvollerweise immer warten, bis die Erträge veröffentlicht wurden.

Wenn Sie vorher verkaufen, wird Ihnen die zuviel gezahlte Steuer zwar bei Ihrer Steuererklärung angerechnet. Allerdings fehlt dieses Geld erst einmal in Ihrem Depot und kann sich nicht gewinnbringend vermehren.

Dies ist eine vom Finanzministerium anscheinend gewollte Diskriminierung ausländischer thesaurierender Fonds.

Informationen zur Steuer auf einzelnen Fonds finden Sie im jeweiligen Fondsportrait

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