{"id":520,"date":"2014-01-28T16:43:05","date_gmt":"2014-01-28T15:43:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.finanzpartner.de\/blog\/?p=520"},"modified":"2020-01-05T18:06:45","modified_gmt":"2020-01-05T17:06:45","slug":"geld-anlegen-niedrige-zinsen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.finanzpartner.de\/blog\/geld-anlegen-niedrige-zinsen\/","title":{"rendered":"Geld anlegen in Zeiten niedriger Zinsen"},"content":{"rendered":"\n<p>&#8222;<strong>Finanzminister spart 20 Milliarden Euro!<\/strong>&#8220; geisterte es vor kurzem durch die Presse. Laut Bundesrechnugnshof muss das Bundesfinanzministerium in den kommenden drei Jahren rund 20 Mrd. Euro weniger Zinsen zahlen als urspr\u00fcnglich angenommen. Weniger als 1% Zinsen muss der gute Schuldner Deutschland zur Zeit zahlen.<\/p>\n<p><strong>Doch des einen Freud, des anderen Leid<\/strong>: niedrige Schuldzinsen des Bundes bedeuten im Umkehrschluss auch niedrige Haben-Zinsen f\u00fcr die Anleger Ihr Geld anlegen wollen.<!--more--> Besonders stark sind die Anbieter kapitalgebundener Lebens- und Rentenversicherungen von den Entwicklungen in Mitleidenschaft gezogen. Sind diese doch vom Staat gehalten, mehrheitlich in die von ihm ausgegebenen Papiere zu investieren. Nach Kosten wird es damit f\u00fcr sie immer schwieriger den Garantiezins von derzeit 1,75% p.a. (bei weiter sinkender Tendenz) zu erwirtschaften. Wenn man wei\u00df, das sich dieser Garantiezins zudem <strong>nur auf den Kapitalstock<\/strong> und damit nur auf den tats\u00e4chlich zur Anlage kommenden Teil des Beitr\u00e4ge (nach Kosten) bezieht, erkennt, da\u00df damit die offizielle Inflation von zur Zeit 1,5% kaum zu schlagen ist.<\/p>\n<p>Aber auch des Deutschen liebstes Kind, <strong>das Sparbuch<\/strong> rentiert teilweise unter 0,2% f\u00fcr ein Jahr. Vor Steuern wohlgemerkt! Aber daf\u00fcr darf man bei diesem Zins dann mehr als 500.000 \u20ac anlegen, bevor der Sparerfreibetrag von 804 \u20ac bei einem Ledigen \u00fcberschritten wird.<\/p>\n<p><strong>Tatsache ist, dass man diese Kapitalvernichtung auf den ersten Blick nicht sieht<\/strong>. Der Anleger ist sich dieser Gefahr meist nicht wirklich bewusst, denn negative Realzinsen waren in Deutschland bisher eher selten. Angesichts ausufernder Staatsverschuldung m\u00fcssen wir aber der Tatsache ins Auge sehen, da\u00df wir noch deutlich l\u00e4nger mit dieser Situation leben m\u00fcssen. Denn niedrige Zinsen und vergleichsweise hohe Inflationsrate helfen den Staaten bei der Entschuldung.<\/p>\n<p><strong>Wer aber glaubt, diesem Zustand hilflos ausgeliefert zu sein, der irrt! Und wer nichts gegen diesen schleichender Verm\u00f6gensschwund unternimmt, wird sp\u00e4testens im Alter eine b\u00f6se &#8222;\u00dcberraschung&#8220; erleben.<\/strong><\/p>\n<p>Allerdings muss der typische deutsche Anleger dazu lernen, da\u00df es im Leben nichts geschenkt gibt. Rendite und Risiko bedingen sich gegenseitig und man erh\u00e4lt das eine nicht ohne das andere. Denn:<\/p>\n<ul>\n<li>Einen risikolosen Zins gibt es nicht &#8211; es gibt zur Zeit allenfalls ein zinsloses Risiko.<\/li>\n<li>Nachhaltige Ertragskraft findet sich vor allem im Produktivkapital und nicht im Geldverleih an den Staat.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das Verm\u00f6gen sollte daher &#8211; innerhalb individueller M\u00f6glichkeiten &#8211; auf verschiedene Anlageklassen verteilt werden. Die alleinige Ausrichtung auf verzinsliche Anlagen ist in der aktuellen Situation geradezu sch\u00e4dlich. So reagiert der Anleger nicht nur auf die gegenw\u00e4rtig negativen realen Renditen f\u00fcr Zinsanlagen, sondern auch auf die hohe Unsicherheit \u00fcber die zuk\u00fcnftige Entwicklung. Es ist derzeit \u00fcberhaupt nicht abzusehen, wie sich Zinsen und Inflationsrate in den kommenden Jahren entwickeln werden.<\/p>\n<p><strong>Doch: Die richtige Mischung bring den Erfolg!<\/strong> Denn reduziert die Inflation die Rentabilit\u00e4t der Zinsanlagen, sollen die Aktien f\u00fcr einen Renditeausgleich sorgen. Sollten aber Aktien bei einer Deflation leiden, sorgen die Zinsanlagen f\u00fcr die Rendite.<\/p>\n<p>Leider ist die Aktie ist in Deutschland zu Unrecht verp\u00f6nt, weil starke Kursschwankungen in den vergangenen Jahren diese Anlageform vielen Anlegern verleidet hat. Da nimmt er lieber die <a href=\"\/blog\/rendite-und-risiko\/\">&#8222;risikolosen&#8220; 8% eines nachrangigen Genussrechts &#8222;f\u00fcr ein besseres Morgen&#8220;<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Es stimmt:<\/strong> Ein Anleger der im M\u00e4rz 2000 einen Aktienfonds f\u00fcr deutsche Aktien gekauft hat, wird heute feststellt, da\u00df er nach einer Achterbahnfahrt der Kurse und Emotionen nichts hinzugewonnen hat. \u00c4hnliches gilt bei einem Einstieg im Herbst 2007. <strong>Aber das waren auch die denkbar schlechtesten Einstiegspunkte, die man w\u00e4hlen konnte!<\/strong> Die mittlerweile mehrere Hundert Jahre lange Historie der Aktienb\u00f6rsen weist nur einen einzigen 15-Jahres-Zeitraum aus, in dem die Kurse am Ende niedriger waren als zu Beginn. Und damals folgte der zweite Weltkrieg auf die Weltwirtschaftskrise und verhinderte so eine schnellere Erholung.<\/p>\n<p><strong>Fazit:<\/strong> Angesichts der hohen Kurse an den B\u00f6rsen empfehlen wir jetzt <strong>keine radikalen \u00c4nderung der Anlagestrategie<\/strong>. Wer sich aber langfristig mit einem <strong>Sparplan in einem Aktienfonds<\/strong> am Produktivkapital beteiligt und dabei gleichzeitig seine Zinsanlagen reduziert, wird erfahrungsgem\u00e4\u00df auf mittlere Sicht sein <strong>Kapital erhalten<\/strong> und eine <strong>h\u00f6here Rendite<\/strong> erzielen als ohne Streuung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Finanzminister spart 20 Milliarden Euro!&#8220; geisterte es vor kurzem durch die Presse. Laut Bundesrechnugnshof muss das Bundesfinanzministerium in den kommenden drei Jahren rund 20 Mrd. Euro weniger Zinsen zahlen als urspr\u00fcnglich angenommen. 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