{"id":414,"date":"2013-09-25T14:37:08","date_gmt":"2013-09-25T12:37:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.finanzpartner.de\/blog\/?p=414"},"modified":"2013-12-27T12:11:12","modified_gmt":"2013-12-27T10:11:12","slug":"koennen-aktien-immer-weiter-steigen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.finanzpartner.de\/blog\/koennen-aktien-immer-weiter-steigen\/","title":{"rendered":"K\u00f6nnen Aktien immer weiter steigen?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Angesichts von Rekordst\u00e4nden beim heimischen DAX sowie dem viel beachteten Dow Jones Industrial Averrage in New York fragen sich viele Anleger, ob es sinnvoll ist, auf diesem Rekordniveau noch einzusteigen.<\/strong><\/p>\n<p>Die Skepsis vieler Anleger ist durchaus begr\u00fcndet. War es nicht in der Vergangenheit wiederholt falsch, auf einem derart hohen Kursniveau noch einzusteigen? Markiere das Erreichen der alten Rekordniveaus nicht zwangsl\u00e4ufig das sprichw\u00f6rtliche &#8222;Ende der Fahnenstange&#8220;? Gerade deutsche Anleger erinnerten sich: Schon zweimal, 2000 und 2007, war dem DAX \u00fcber 8.000 &#8222;die Puste ausgegangen&#8220;. In beiden F\u00e4llen folgte ein jahrelanger Kursniedergang.<\/p>\n<p><strong>Allerdings: Die weitaus meisten Aktienm\u00e4rkte sind noch weit von ihren fr\u00fcheren Rekordniveaus entfernt.<\/strong><!--more--> Im Fall des DAX als sogenannten &#8222;Performance-Index&#8220; erzeugt lediglich die Einrechnung der Jahr f\u00fcr Jahr gezahlten Dividenden den Eindruck, das Rekordniveau der Jahre 2000 und 2007 sei erreicht bzw. sogar \u00fcberschritten worden.<\/p>\n<p><strong>Dieser popul\u00e4re, in den Medien im Vordergrund stehende DAX errechnet sich aber nicht nur aus den Aktienkursen<\/strong>, vielmehr werden auch die <strong>Gewinnaussch\u00fcttungen mit eingerechnet.<\/strong> Das macht kurzfristig keinen gro\u00dfen Unterschied \u2013 langfristig aber um so mehr: Der DAX ohne Dividenden, der sogenannte Kursindex, steht bei nur wenig \u00fcber 4.000 Punkte, \u00fcber 1.000 Punkte oder 25 Prozent unter dem Hoch aus dem Jahr 2007 bei 5.302 Punkten.<\/p>\n<p><strong>Das Rekordhoch des DAX-Kursindex aus dem Jahr 2000 lag bei 6.266. Um das wieder zu erreichen, m\u00fcssten die Aktienkurse sogar um rund 50 Prozent steigen.<\/strong> Wenn die Kurse aller DAX-Aktien ihre alten Rekorde erreichen w\u00fcrden, st\u00fcnde der popul\u00e4re DAX-Performanceindex bei ungef\u00e4hr 12.000 Punkten.<\/p>\n<p><strong>Auch ein Blick auf andere nationale Aktienindizes zeigt, dass die Aktienkurse in Europa noch weit von fr\u00fcheren Rekorden entfernt sind.<\/strong><\/p>\n<p>Beispiel Aktien \u00d6sterreich: Der die 20 gr\u00f6\u00dften \u00f6sterreichischen Aktien umfassende ATX ber\u00fchrte im Jahr 2000 fast die 5.000er Marke, 2007 reichte die Kurserholung bis genau 3.000 Punkte; aber in diesem Jahr kam der Leitindex der B\u00f6rse Wien nicht \u00fcber 2.550. Inzwischen ist die zum 2007er Hoch Platz f\u00fcr einen Anstieg um ein Drittel. Bis zum Rekordhoch aus dem Jahr 2000 m\u00fcsste sich der Index gar verdoppeln.<\/p>\n<p>Auch die Niederlande befinden sich volkswirtschaftlich nicht in einem g\u00e4nzlich anderen Umfeld als Deutschland. Der AEX Index der B\u00f6rse Amsterdam markierte im Jahr 2000 sein bisher nie wieder erreichtes Rekordhoch bei 701. Im Jahr 2007 stieg der AEX bis 561. Danach kam er nicht mehr \u00fcber 375 hinaus. Hier ergibt sich also schon bis zum 2007er Hoch ein Erholungsspielraum von \u00fcber 50 Prozent. Um ein neues Rekordhoch zu erreichen, m\u00fcsste sich der Index fast verdoppeln.<\/p>\n<p><strong>Ein 50- oder 100prozentiger Anstieg der Aktienkurse wird sicher einige Jahre in Anspruch nehmen, sprengt aber zur Zeit sogar das Vorstellungsverm\u00f6gen von Optimisten.<\/strong> Im Gegenteil: Skeptiker finden genug Gr\u00fcnde f\u00fcr fallende Aktienkurse: Die Notenbanken h\u00e4tten mit ihren Billionen-Dollar und -Euro schweren Geldspritzen nur Zeit gekauft, letztendlich aber alles noch schlimmer gemacht. Die Verschuldungskrise sei ungel\u00f6st und m\u00fcsse zwangsl\u00e4ufig zu einer allgemeinen Wirtschaftskrise f\u00fchren.<\/p>\n<p><strong>Richtig ist, da\u00df weder die Staatsschuldenkrise noch die wirtschaftliche Schw\u00e4che in vielen L\u00e4ndern \u00fcberwunden ist und da\u00df von beidem Gefahren f\u00fcr die Kapitalm\u00e4rkte ausgehen.<\/strong> In den vergangenen Monaten war allerdings nie die Schuldenkrise oder eine Wirtschaftsschw\u00e4che der Grund f\u00fcr fallende Kurse \u2013 sondern immer das Gegenteil: In den USA mehrten sich die Zeichen daf\u00fcr, dass die Krise \u00fcberwunden ist, dass sich die Konjunktur weiter erholt. Deshalb k\u00fcndigte die US-Notenbank eine schrittweise Normalisierung ihrer Geldpolitik an: Die Leitzinsen sollen zwar bis auf weiteres nur knapp \u00fcber Null bleiben, ihre Anleihek\u00e4ufe plant die US-Notenbank aber schrittweise zu reduzieren, falls sich die Wirtschaft tats\u00e4chlich weiter erholt. <strong>Doch bei einer sich verbessernden Konjunktur sollte es den Unternehmen auch m\u00f6glich sein, weiterhin gute Gewinne zu machen.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Im Grunde sprechen sogar beide Argumente f\u00fcr h\u00f6here Kurse.<\/strong> Entweder ist die Konjunktur schlecht, dann behalten die Notenbanken die expansive Geldpolitik bei. Oder die Konjunktur erholt sich, dann machen die Unternehmen weiter gute Gewinne.<\/p>\n<p><strong>Letztendlich ist nicht der Vergleich mit Kursen der Vergangenheit entscheidend<\/strong>, sondern die Frage, wie sich die Unternehmensgewinne entwickeln. Denn mehr noch als das vorhandene Verm\u00f6gen bestimmen die Gewinne der Unternehmen ihren Wert. Und danach sind beispielsweise die Aktien gro\u00dfer europ\u00e4ischer Konzerne, wie sie im Euro-Stoxx-50 zusammengefasst sind, preiswert, um nicht zu sagen, &#8222;<strong>billig<\/strong>&#8222;: Gebeutelt von den Krisen der vergangenen Jahre liegt dieser Kursindex noch weit unter fr\u00fcher Hochs.<\/p>\n<p><strong>Die Unternehmensgewinne dagegen sind auf Erholungskurs:<\/strong> Wenn man die Nettogewinne der 50 im Euro-Stoxx-50 enthaltenen Unternehmen \u2013nach Zinsen und Steuern \u2013 jeweils auf eine Aktie der Unternehmen aufteilt und mit dem gleichen Gewicht zusammenz\u00e4hlt wie die jeweilige Aktie im Index gewichtet ist, verdienten die Euro-Stoxx-50-Unternehmen im vergangenen Jahr zusammen etwa 225 Euro. In diesem Jahr d\u00fcrfte der gemeinsame Gewinn auf rund 240 Euro steigen. Das Markt-KGV l\u00e4ge damit bei nur etwa 11.<\/p>\n<p>Die im S&amp;P-500 enthaltenen US-Unternehmen haben schon im ersten Quartal \u2013 bezogen auf ihr Indexgewicht \u2013 gut 26 US-Dollar verdient, was wieder einmal leicht \u00fcber den Erwartungen lag. Zu dem Anstieg und dem \u00dcbertreffen der Sch\u00e4tzungen haben die Finanzdienstleister mit gut 5 Dollar beigetragen. F\u00fcr das Gesamtjahr erscheint eine Gewinnsch\u00e4tzung in H\u00f6he von 110 Dollar nicht \u00fcberzogen. Und sp\u00e4testens 2014 sollten die Gewinne der US-Konzerne mit mehr als 120 Dollar einen neuen Rekord erreichen.<\/p>\n<p><strong>Damit kosten z.B. US-Aktien momentan knapp das Vierzehnfache ihrer Gewinne.<\/strong> Teuer w\u00e4ren US-Aktien damit trotz der Rekordjagd der vergangenen Monate nicht. Die Wall Street ist weitaus weniger auf die Unterst\u00fctzung durch die Notenbankpolitik angewiesen als es vielfach den Anschein hat.<\/p>\n<p><strong>Im Verh\u00e4ltnis zu den niedrigen Zinsen sind Aktien immer noch spottbillig.<\/strong> F\u00fcr Anleihen ergeben sich hingegen Bewertungen mit dem 30- bis 60-fachen ihrer j\u00e4hrlichen Ertr\u00e4ge. Aktien kosten, wie oben gezeigt, noch nicht einmal halb so viel.<\/p>\n<p><strong>In der Geschichte der Aktienm\u00e4rkte gab es schon h\u00e4ufig weitreichende Aufw\u00e4rtsbewegungen, die sich auf die Unterst\u00fctzung der Notenbanken begr\u00fcndeten.<\/strong> Die Zinswende brachte aber nicht zwangsl\u00e4ufig eine Ende der Hausse. Oft folgte auf den liquidit\u00e4tsgetriebenen Aufw\u00e4rtstrend eine gewinngetriebene Hausse. Die bisherige, ganz \u00fcberwiegend gute Entwicklung der Unternehmensgewinne spricht daf\u00fcr, dass das auch diesmal so sein kann. Der \u00dcbergang von liquidit\u00e4ts- zu gewinngetriebener Hausse war oft mit zwischenzeitlichen Kursturbulenzen verbunden.<\/p>\n<h2>Unser Fazit f\u00fcr Aktien<\/h2>\n<p> Die Notenbank-Liquidit\u00e4t mag den Aktienkursen geholfen haben. Wenn aber durch das viele, billige Geld der Notenbanken <strong>Preisblasen<\/strong> entstanden sind, dann eher <strong>bei Anleihen<\/strong>, <strong>Gold<\/strong> und auf so manchem <strong>Immobilienmarkt<\/strong> als bei Aktien. <strong>Die sporadischen Kursr\u00fcckg\u00e4nge in den letzten Monaten haben ein ohnehin attraktive Aktieninvestments vor\u00fcbergehend noch etwas billiger gemacht und bieten somit langfristig denkenden Anlegern immer wieder eine g\u00fcnstige Gelegenheit, Anlagen in Aktienfonds aufzustocken!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Angesichts von Rekordst\u00e4nden beim heimischen DAX sowie dem viel beachteten Dow Jones Industrial Averrage in New York fragen sich viele Anleger, ob es sinnvoll ist, auf diesem Rekordniveau noch einzusteigen. Die Skepsis vieler Anleger ist durchaus begr\u00fcndet. 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