Investmentmodernisierungsgesetz

vom 31.03.2004

Seit dem ersten Januar ist das „Investmentmodernisierungsgesetz“ in Deutschland in Kraft. Es besteht aus zwei Komponenten: einem „Investmentgesetz“ und einem „Investmentsteuergesetz“.

Das Investmentmodernisierungsgesetz beruht unter anderem auf der OGAW Richtlinienänderung, die seitens der EU in Brüssel beschlossen wurde. Diese Richtlinie spaltet die Fondswelt zukünftig in zwei Kategorien, die „richtlinienkonformen“ und die „nicht-richtlinienkonformen“ Fonds. Stellen Sie sich der Einfachheit zu Liebe vor, dass sich hinter der ersten Sparte die ihnen bisher bekannten aber mittlerweile nicht mehr so klassifizierten Fondsarten, wie z.B. Aktien-, Renten- Geldmarktfonds etc. verbergen, und hinter den nicht-richtlinienkonformen Fonds Neuheiten, mit denen man sich ab sofort beschäftigen kann. In diesem Zusammenhang fällt immer wieder Begriff der „Super-Fonds“. Hier werden nun zwei verschiedene Fondsgattungen ab sofort verstärkt beworben werden, weshalb wir im Folgenden kurz darauf eingehen werden. Nähere Details dann zu einem späteren Zeitpunkt.

Super-OGAW: Hinter dem Begriff der OGAW verbergen sich Organismen zur gemeinschaftlichen Anlage in Wertapieren (auch als Fonds bekannt). Die Super-OGAW sind nun Investmentfonds, die hinsichtlich ihrer Anlagemöglichkeiten nur sehr geringen Auflagen unterliegen. Sie können ihre verfügbaren Mittel sehr flexibel gestalten, müssen sich nicht mehr genau festlegen, in welche Wertpapierklassen sie investieren und dürfen obendrein auch Anteile anderer Investmentfonds erwerben, was sie in dieser Hinsicht zu „Teildachfonds“ machen kann. Die ersten Fonds dieser Bauart haben bereits das Licht der Welt erblickt.

Fazit: Die Super-OGAW verkörpern hinsichtlich der Flexibilität, die sie den Verwaltern lassen, eine der neuen Königsdisziplinen des Fondsmanagement. Die Bandbreite der Möglichkeiten der Manager lässt den vermögensverwaltenden Charakter erkennen, der diesen Fonds eigen sein kann, aber nicht zwangsweise sein muss. Fest steht aber auch, dass man diese neuen Fonds entweder laufend wird beobachten müssen, um zu erkennen wie gerade im Einzelnen investiert wird, oder besonderes Vertrauen zum Verwalter gefragt ist.

Hedgefonds: Wenige Fondsgattungen sind derart pauschal mystifiziert, wie Hedgefonds. Die Assoziationen reichen vom Milliardengewinn des „Quantum Fonds“, der die Bank von England quasi über Nacht niederrang, bis zur LTCM Krise, in der auch Nobelpreisträger die Gesetze der Märkte kennen lernen mussten. Das Wissen der breiten Öffentlichkeit über diese neuen „nicht richtlinienkonformen Sondervermögen“ darf als rudimentär bezeichnet werden. Auch wenn in den nächsten Monaten seitens der Produktanbieter ein Feuerwerk der Werbung für diese neuen Fonds zu erwarten steht, empfiehlt es sich, dem Thema nüchtern zu begegnen. Das liegt nicht nur an der Vielseitigkeit der in den Fonds verfolgten Strategien, sondern auch an den Konstruktionen als solchen. So muss z.B. mit einer eingeschränkten Verfügbarkeit der Fondsanteile gerechnet werden. Es ist davon auszugehen, dass Anteile beispielsweise nur viermal im Jahr gehandelt werden und Verkaufsabsichten mit erheblichem zeitlichem Vorlauf angezeigt werden müssen. Dieser Umstand ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass Hedgefonds auch Fremdkapital zusätzlich zu den Einlagen der Anteilsinhaber aufnehmen dürfen und einer Planbarkeit ihrer Mittel bedürfen

Fazit: Mit den Hedgefonds ergeben sich interessante neue Aspekte und Möglichkeiten. Allerdings muss in jedem Einzelfall geprüft werden, auf was sich der Investor einlässt und in wieweit dies mit seinen beim Abschluss der Anlageform verbundenen Wünschen und Zielen übereinstimmt.

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