Börsenjahr 2003 - Ein guter Börsenjahrgang!

vom 31.12.2003

2003 wird per saldo als gutes Börsenjahr in die Geschichte eingehen

Erstmalig seit langer Zeit konnten Aktien in einem Zwölf-Monats-Zeitraum wieder positiv abschneiden, besser zudem als Rentenpapiere. Dieser Umstand ist umso wichtiger, als viele Aktionäre nach drei Jahren Baisse bereits begannen, an der dauerhaften Ertragskraft dieser Wertpapierart zu zweifeln. Schade nur, und gerade in diesem Zusammenhang, dass vergleichsweise wenige Anleger von der positiven Entwicklung im Jahresverlauf partizipieren konnten, wie die Statistiken des Bundesverbandes Deutscher Investmentgesellschaften belegen. Der Schreck saß ihnen noch zu tief in den Gliedern, und trieb sie im Verlauf des Jahres eher prozyklisch in defensive Anlageformen wie Renten- und Immobilienfonds. So wurde in den schon länger gehaltenen Aktienfondsengagements zwar wieder Boden gut gemacht, aber verhältnismäßig wenig neu investiert.

Bei der Betrachtung des Fondsuniversums lassen sich hinsichtlich des Anlageverhaltens der Privatinvestoren zudem mehrere Trends ablesen:

Erkennbare Abkehr von Branchen- und Themen-Fonds. Die praktischen Erfahrungen mit hochgradig spezialisierten Fonds haben die Anleger vorsichtiger werden lassen. Breitere Streuung ist wieder gefragt. Das entspricht grundsätzlich auch der Fondsidee. In diesem Zusammenhang sollte man jedoch nicht von einem Extrem in das andere verfallen. Spezialisierte Fonds bleiben interessant, sie müssen jedoch als zweckgebundene Problemlöser verstanden werden, und setzen aktives Portfoliomanagement voraus.

Wachsende Bedeutung von Marken: Auf der Suche nach Qualität kommt dem Markenbewusstsein der Anleger eine immer größere Rolle zu. Die Klassiker in den Fondspaletten etablierter Investmentgesellschaften werden nachgefragt. Je besser die Ratings umso größer das Interesse.

Nischenanbieter haben nur dann eine Chance, wenn sie über einen längeren Vergleichszeitraum mit einer echten "Kernkompetenz" aufwarten konnten. Die Markteintrittsbarrieren für ausländische Investmentgesellschaften in Deutschland sind alleine schon von daher sehr hoch. Es wird gekauft, was sich bewährt hat und keine "Experimente" gewagt.

Mangelnde Bereitschaft zu Strategieänderungen: Ein altes Sprichwort sagt:" Eine schlechte Geldanlage wird nicht dadurch besser, dass man länger investiert bleibt oder weiter nachzahlt". Wenn man erkennt, dass etwas falsch läuft, muss unweigerlich eine Analyse des Sachverhalts eingeleitet werden, an deren Ende gehandelt wird. Die Entwicklungen dieses Jahres zeigen einmal mehr, dass die Anleger in der Regel nach wie vor eher dazu neigen, einmal getroffene Entscheidungen im Nachhinein gegen bessere Argumente zu verteidigen und die Konsequenzen auszusitzen. Unter Umständen wird man da sehr viel Sitzfleisch brauchen. Strategieänderungen müssen bei besseren Alternativen zu den bestehenden Anlageformen vorgenommen werden.

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