Rendite-Untersuchungen

vom 03.11.2003

Eine Frage des Betrachtungszeitraums

Als Ende des zweiten Quartals 2003 die Vergangenheitsbetrachtungen verschiedener Rendite-Untersuchungen den Aktienfonds ein "Armutszeugnis" ausstellten, haben wir an dieser Stelle bereits darauf hingewiesen, dass dies lediglich auf den zu Grunde gelegten extremen Basiswert am Ende einer Jahrhundertbaisse zurück zu führen war.

Ein Quartal weiter, auf höherem Niveau, zeigt sich wieder vermehrt das gewohnte Bild: Überlegene Renditen der Aktienfonds gegenüber anderen Anlageformen bei langfristigen Engagements.

Eine aktuelle Studie nennt konkrete Zahlen: Deutsche Aktien (gemessen am DAX) schnitten auf Sicht der letzten 20 Jahre durchschnittlich vor Steuern 2,7% p.a. besser ab als Bundesanleihen. Nach Steuern durchschnittlich sogar 5,3% p.a..Auch die Rendite offener Immobilienfonds war nach Begleichung der Verbindlichkeiten beim Fiskus 0,5% p.a. höher.

Grundsätzlich kommt die Studie zu dem Schluss: Je länger Aktien und Aktienfonds gehalten werden, um so höher ist die Häufigkeit überlegener Wertentwicklungen. Bei einer Anlagedauer von fünf Jahren hatten Aktien in 28 von 44 (63%) untersuchten Perioden die Nase vorn, bei 15 Jahren erzielten Aktien in 24 von 24 Fällen (71%) eine bessere Wertentwicklung als Bundesanleihen.

Professor Richard Stehle (Humboldt-Universität Berlin) bringt es auf den Punkt: "Für die Wissenschaft gibt es keinen Grund, an der langfristigen Überlegenheit der Aktienanlage zu zweifeln. Hierfür sprechen zudem alle relevanten Modelle und die entsprechenden Zeitreihen anderer Länder, insbesondere aus den USA, Großbritannien und den Schweiz".

Von der langfristigen Ertragskraft des "Produktivkapitals" überzeugt, wollen wir dem Professor da mal nicht widersprechen. Die kurzfristigen z.T. starken Kursschwankungen und damit verbundenen Risiken können indes nicht bestritten werden. In diesem Zusammenhang kommt der Streuung der Aktienfonds-Investments eine Schlüsselrolle zu.

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