Der Cost-Average-Effekt in Aktion

vom 01.10.2003

In fallenden und dann wieder steigenden Märkten kann der Cost-Average-Effekt seinen Vorteil ausspielen. Denn während es bei einer Einmalanlage sehr lange dauern kann, bis die Verluste einholt werden, kann es bei Sparplänen wesentlich schneller passieren.

Wer z.B. 1999 eine Einmalanlage in Internet-, Technologie- oder Neue-Märkte Fonds getätigt hat und danach keine weiteren Käufe vornahm, sieht sich heute umfangreichen Verlusten ausgesetzt. Bis zu 90% des Kapitals sind unter Umständen, trotz Kurserholungen seit März dieses Jahres, verbrannt.

Wer hingegen 1999 einen Sparplan in die selben Fonds begann, sich in der Baisse nicht beirren ließ, und sein "Kaufprogramm" diszipliniert durchzog, wird in diesen Tagen mit Freude beim Studium seiner Depotauszüge feststellen, dass er über mehr Geld in den Positionen verfügt, als er netto eingezahlt hat. Und das, obwohl der aktuelle Anteilswert deutlich unterhalb der ersten Kaufpreise des Jahres 1999 liegt.

Möglich gemacht hat dies der Cost-Average-Effekt, auch "Durchschnittskostenmethode" genannt. Sparpläne verteilen in diesem Zusammenhang das Risiko des Timings einer Anlageentscheidung von einem Zeitpunkt auf einen Zeitraum. Durch die regelmäßigen gleichbleibenden Einzahlungen erfolgt eine "Spardisziplinierung" in der Weise, dass "automatisch" bei höheren Kursen weniger Anteile erworben werden und bei niedrigeren mehr. Auf diesem Weg hat mittlerweile ein größerer Teil des eingezahlten Geldes von den diesjährigen Kurssteigerungen profitieren können, als der andere Teil unter den zuvor erlebten Kursverlusten gelitten hat.

Fazit: Das beste Plädoyer für den Cost-Average-Effekt hält die Praxis selbst. Der Durchhaltewille der Sparer in der Phase niedriger Kurse hat sich bezahlt gemacht. Angesichts weiterhin zu erwartender schwankungsintensiver Börsenentwicklungen bleiben Sparpläne und regelmäßige Nachzahlungen in Fonds eine der besten Strategien, dem Timingrisiko zu begegnen.

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