Emerging Markets Report

vom 02.07.2003

vom 30.06.2003

Die letzten Wochen bescherten vor allem den Börsen in Südostasien eine deutliche Kurserholung. Der MSCI-Asien stieg von 231 Punkten Ende Mai auf gut 250 Punkte. Im März und April notierte der Index nur knapp über 200. Hintergrund ist die offensichtliche Eindämmung der Lungenkrankheit SARS. Zuletzt wurden die Reisewarnungen für Taiwan und Peking aufgehoben.

In Hong Kong bremsten zuletzt Gewinnmitnahmen den Hang-Seng-Index, der sich der Marke von 10.000 Punkten näherte. Überdurchschnittlich hohe Kursgewinne gab es in Taiwan, wo der Weighted-Index erstmals seit Januar wieder 5.000 Punkte überstieg, in Korea, wo der KOSPI fast 700 Punkte erreichte, und in Singapur, wo der Strait Times Index ein neues Jahreshoch über 1.500 Punkten markierte.

Es sind nahezu 100 Aktienfonds erhältlich, welche die gesamte "Tiger-Region" abdecken, darunter sogar ein halbes Dutzend mit Spezialisierung auf Nebenwerte. Dabei haben die "Hausbank-Angebote" der großen deutschen Investmentgesellschaften überwiegend schlechter abgeschnitten als die Asienfonds vieler ausländischer Anbieter. Trotz des Kursanstiegs der letzten Wochen bleibt Asien die attraktivste Emerging-Market-Region, denn in Lateinamerika sind die strukturellen Probleme größer und in Osteuropa ist die gute Entwicklung weitgehend eingepreist. Russland ist volkswirtschaftlich der größte Gewinner der vergangenen Jahre: Das Land hat dank der Öl- und Gasexporte eindrucksvolle Devisenreserven, Haushalts- und Leistungsbilanzüberschüsse. Der Rubel ist gegen US-Dollar deutlich gestiegen. Die Kapitalflucht wurde weitgehend gestoppt und zum Teil umgekehrt. Der Zustrom an Kapital hat die Wertpapierkurse nach oben getrieben. Der Moskauer RTS-Aktienindex schoss in diesem Jahr von rund 2.500 auf gut 4.000 Punkte nach oben, der MSCI-Osteuropa von 93 Anfang Februar auf zuletzt 122. Die Rubel-Aufwertung führt zu steigenden Kosten, zumal Russland seine Importe überwiegend mit festem Euro bezahlen muss, für seine Exporte aber vor allem mit schwächerem Dollar bezahlt wird.

Fazit: Asien-Fonds sollten in einem Fonds-Depot höher gewichtet werden (10 bis 20 Prozent) als Osteuropa-Fonds. Bei letzteren können Gewinnmitnahmen erfolgen, so dass der Anteil an allen Aktieninvestments unter 5 Prozent fällt.

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