Emerging Markets Report

vom 13.03.2003

Aktuelle Bewertung der Emerging Markets.

Lateinamerika: Um den Jahreswechsel herum zeigten die Aktienmärkte Südamerikas eine sehr freundliche Kursentwicklung, was vor allem an Argentinien und Brasilien lag. In Buenos Aires wurde die Hoffnung auf eine fruchtbare Zusammenarbeit mit dem IWF zur Überwindung der Krise bestärkt. Auch das Vertrauen in den neuen brasilianischen Präsidenten Lula wurde gestärkt. Seine Personalentscheidungen und sein Programm zerstreuten zuvor entstandene Ängste vor einem "linken" Regierungschef. Die Inflation ging bereits zurück und die Hoffnung, dass eine Ausdehnung der argentinischen Finanzkrise vermindert werden kann, ist größer geworden. Trotzdem konnten sich lateinamerikanische Aktienmärkte dem internationalen Trend nicht entziehen. Der brasilianische Bovespa-Index fiel im Januar um 2,6% auf 10.941 Punkte und testete zuletzt die 10.000-Punkte-Marke. Eine Unterstützung aus den Oktober-Tiefs 2002 liegt erst bei rund 8.800 Punkten. Schlechter sieht der mexikanische IPC-Index aus, der zeitweise unter 5.800 Punkte fiel und damit die Tiefstände des Vorjahres testet.

Südostasien: Die Entwicklung der Aktienmärkte blieb sehr unterschiedlich. Hongkong konnte sich internationalen Vorgaben nicht entziehen, so dass der Hang Seng Index im Januar 2,0% auf 9.258 Punkte verlor. Der MSCI-Index für die Emerging Markets Asiens verlor immerhin 2,2% auf 228 Punkte. Die anderen chinesischen Börsen konnten im Januar gegen den Trend sogar deutlich zulegen: Der Taiwan Weighted und der Shenzhen B-Index legten jeweils gut zehn Prozent zu. Dagegen musste der südkoreanische KOSP-Index Verluste von rund 10 Prozent hinnehmen. An den chinesischen Börsen wurde das hohe Wachstum Chinas und wohl auch die geringe Abhängigkeit von internationalen Problemen gewürdigt. Südkoreanische Aktien litten dagegen unter dem neuerlichen Konfrontationskurs des kommunistischen Nordkorea. Im Februar ging es dann an allen südostasiatischen Börsen mehr oder weniger bergab und der MSCI Asien fiel unter 220 Punkte, Hongkong auf 9.116, Shenzhen auf 207 und Schanghai auf 126 (alle VR China). Taipeh (Taiwan) notierte zuletzt bei 4.456 Punkten. In der ASEAN-Region bleibt Singapur relativ stabil: Der Strait Times notierte zuletzt bei 1.287 Punkten, Bangkok (Thailand) bei 356, Jakarta (Indonesien) bei 397, Kuala Lumpur (Malaysia) bei 650 und Manila (Philippinen) bei 1.000 Punkten.

Osteuropa: Ohne besonderes Eigenleben zeigten sich die Aktienmärkte Osteuropas. Ungarn zeigte zeitweise eine unterdurchschnittliche Entwicklung, aber selbst die Börse Moskau, wo Ölkonzerne einen Großteil der Marktkapitalisierung ausmachen, konnte vom Ölpreisanstieg per saldo nicht profitieren. Auch die EU-Beitrittsaussichten mit Konvergenz-Phantasie scheinen eingepreist zu sein. Der MSCI Osteuropa – Index verlor den internationalen Vorgaben folgend im Januar 2,7% auf 94,8, erholte sich aber im Februar auf 98 Punkte. Der Moskauer RTS-Index hatte im Januar 4,8% auf 2.470 Punkte verloren und erholte sich zuletzt überdurchschnittlich auf 2.739 Punkte. Dagegen überwogen an den zentraleuropäischen Börsen Kursverluste: Budapest (Ungarn) notierte zuletzt bei 7.332, Prag (Tschechien) bei 478 und Warschau (Polen) bei 1.085 Punkten.

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