Perspektive 2003

vom 08.01.2003

Inzwischen ist die Unsicherheit groß, das Vertrauen in Aktieninvestments erschüttert. Die erhoffte Erholung der Weltwirtschaft und der damit verbundene Anstieg der Unternehmensgewinne wird immer weiter in die Zukunft verschoben.

Inzwischen werden auch die Erwartungen für 2003 nach unten korrigiert. Die gute Performance von Rentenfonds in den beiden letzten Jahren bestärkt Anleger darin, in verzinslichen Anlagen die bessere Alternative zu sehen - eine u.E. gefährliche Einschätzung. Denn: Besonders die USA betreiben eine extreme Inflationierungspolitik: Starke Erhöhung der Staatsausgaben (trotz weiterer Steuersenkungen) und massive Geldmengenerhöhungen sollen der Konjunktur wieder auf die Sprünge helfen. Im schlimmsten, aber unwahrscheinlichen Fall bleibt das ohne Erfolg - trotz steigender Inflation. Sie erscheint zumindest wahrscheinlicher als eine noch verheerendere Deflation nach japanischen Vorbild - auch wenn dieses Szenario seit Monaten von vielen nicht ausgeschlossen wird. Die US-Administration ließ zuletzt aber ihre Entschlossenheit erkennen, dies zu verhindern. Die Geldmenge zu erhöhen gelingt ihr tatsächlich, wie ein Blick auf die entsprechenden Zahlen zeigt. Allein die verlangsamte Umlaufgeschwindigkeit verhindert noch stärkere Effekte auf Preise und Konjunktur. Auch der schwächere Dollar dürfte im kommenden Jahr in den USA preistreibend wirken. In einem Stagflationsszenario werden weder Aktien noch Renten gut abschneiden. Allenfalls Gold - und damit auch Goldminenfonds - dürften als Krisengewinnler weiter steigen. Aber auch im Fall einer positiven Entwicklung kann Gold sein Schattendasein beenden. Die Nachfrage weltweit liegt deutlich über den Fördermengen. Die Rückkehr des Themas Inflation wird ein übriges tun. Goldminenfonds bleiben eine sehr sinnvolle Depotbeimischung.

Allerdings erscheint es unwahrscheinlich, dass die Ankurbelungsmaßnahmen nicht im Laufe des kommenden Jahres greifen. Denn der Abbau von Überkapazitäten, vor allem aber der Lagerhaltung ist weit fortgeschritten. Eine Erholung wäre sogar ohne die monetären und fiskalpolitischen Impulse überfällig. Wir erwarten deshalb, dass das Jahr 2003 eher die Rückkehr der Inflationsgefahren denn eine Deflation bringen wird. Der zu erwartende Zinsanstieg wird bei Renteninvestments zu Kursverlusten führen! Dagegen erscheinen die Chancen von Aktieninvestments - insbesondere in Europa - besser. Auch ohne deutliche konjunkturelle Belebung ist mit einem signifikanten Anstieg der Unternehmensgewinne zu rechnen. Zum einen entfallen hohe außerordentliche Belastungen, insbesondere die hohen Goodwill-Abschreibungen werden in den nächsten Jahren sinken. Sie waren Folge der Übernahmewelle und notwendige Korrektur der Phantasie-Preise aus den Boom-Jahren. Diese buchmäßigen Aufwendungen stellen jetzt keine Ausgaben mehr dar. Das Verhältnis des freien Cash Flows zu Investitionen verschiebt sich bereits. Die Investitionszurückhaltung der Unternehmen dürfte damit nachlassen.

Fazit: Rentenfonds - gerade mit langlaufenden Anleihen - bergen inzwischen hohe Risiken und sollten verkauft werden. Gut gemanagte Aktienfonds sollten dagegen Erholungspotenzial besitzen.

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