Auf einen Blick

vom 31.10.2002

Neues von den Finanzmärkten.

Sparquote gestiegen: Die Deutschen sparen wieder mehr. Seit 1991 ist im vergangenen Jahr die Sparquote erstmalig wieder gestiegen: von 9,8 auf 10,2 Prozent des verfügbaren Einkommens.

Das waren nach Angaben der Bundesbank im vergangenen Jahr knapp 140 Mrd. Euro. Auch die Beliebtheit von Investmentfonds steigt weiter. 1999 hatten die Deutschen 361 Mrd. in Form von Fonds in ihren Depots, ein Jahr später 408 Mrd., 2001 waren es bereits 429 Mrd. Hinter Bargeld und Einlagen (1,26 Billionen Euro) und Spareinlagen (568 Mrd. Euro) lagen die Fonds damit schon auf Platz drei in der Hitliste der beliebtesten Anlageformen.

Alle Publikumsfondsgruppen verzeichneten in den ersten neun Monaten des Jahres Mittelzuflüsse. Allerdings verschoben sich im laufenden Jahr die Prioritäten der Anleger weiter von Aktienfondsengagements hin zu konservativeren Fondsarten. Am stärksten profitierten die offenen Immobilienfonds, denen nach Angaben des BVI bis jetzt schon die Rekordsumme von 13,1 Mrd. Euro zufloss. Rentenfonds erzielten einen Nettoabsatz von 4,1 Mrd. Euro, Geldmarktfonds von 9,5 Mrd. Euro.

Fazit: Die Akzeptanz der Wertpapierart "Investmentfonds" nimmt erfreulicherweise weiter zu. Dabei zeigt sich, daß trotz starker Börseneinbrüche der Netto-Inventar-Wert der Fonds steigt, was unter anderem auch auf das mittlerweile sehr hohe akkumulierte Sparplanaufkommen zurückzuführen sein dürfte.

Riesterrente: Im Rahmen der Riester-Rente kann durch einen rückwirkenden Vertragsabschluß bis zum Jahresende noch die gesamte Förderung für das ablaufende Jahr beantragt werden. In diesem Zusammenhang sollte im Einzelfall geprüft werden, ob sich die Förderung (man beachte die nachgelagerte Besteuerung im Rentenalter) als sinnvoll erweist. Ferner sollte auch hier die Kabinettssitzung der Bundesregierung abgewartet werden, die darüber Aufschluß geben könnte, unter welchen ggf. geänderten Rahmenbedingungen zukünftig Riester-Verträge abgeschlossen werden können.

Der Name "Riester-Rente" hat seinen namengebenden Minister zumindest am Kabinettstisch schon überlebt. Es ist zu vernehmen, daß es bei der Namensführung bleiben soll (quasi als "Denkmal"), somit ein Wechsel in "Klement-Rente" nicht zu erwarten steht.

Anhebungen der Beitragsbemessungsgrenzen: Wie verlautet, wird eine Angleichung der Beitragsbemessungsgrenze von Kranken- und Rentenversicherung auf erheblich höherem Niveau beabsichtigt. So soll zahlungskräftiges "Publikum" der Sozialversicherung zugeführt werden und Beiträge stabilisiert werden. Gleichzeitig gibt die Regierung aber bekannt, die Sozialversicherungsbeiträge im nächsten dennoch anheben zu müssen. Diese Maßnahme hat nicht nur Auswirkungen auf die Nettogehälter der Betroffenen und die Frage Krankenkasse oder Krankenversicherung, sie läßt auch die Lohnnebenkosten weiter steigen.

Fazit: Wahltag ist vielleicht wirklich "Zahltag".

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